Heizungstausch in Darmstadt
Was gilt in Darmstadt beim Heizungstausch nach dem neuen Heizungsgesetz?
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz, und die 65-Prozent-Regel für neue Heizungen ist abgeschafft. Sie dürfen in Darmstadt wieder frei wählen: Wärmepumpe, Fernwärme, Hybridheizung, Pelletheizung oder eine neue Gas- oder Ölheizung. Eine funktionierende Heizung müssen Sie nicht austauschen, auch die Pflicht zum Austausch nach 30 Jahren ist gestrichen. Wer jetzt eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, muss aber ab 2029 mindestens 10 Prozent Biobrennstoff nutzen, ab 2030 15, ab 2035 30 und ab 2040 60 Prozent. Welche Lösung passt, hängt in Darmstadt vor allem an der Wärmeplanung: Der Stadtatlas zeigt, wo Fernwärme kommen soll. Gefördert wird nur der Umstieg auf erneuerbare Wärme, nicht die neue Gasheizung.
Angaben ohne Gewähr · Titelbild: NorbertNagel, CC BY-SA 4.0
Zuständig
Wer ist Ihr Ansprechpartner?
Wissenschaftsstadt Darmstadt – Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung
Hat die kommunale Wärmeplanung erstellt. Sie zeigt, wo in Darmstadt künftig Fernwärme möglich sein soll und wo die eigene Heizung die Lösung bleibt. Pflichten für Ihre Heizung löst der Wärmeplan seit dem neuen Gesetz nicht mehr aus, er ist aber die beste Grundlage für die Entscheidung. Ob Ihre Adresse tatsächlich angeschlossen werden kann, beantwortet ENTEGA unter der kostenfreien Nummer 0800 780 0444.
- Telefon
- 06151 13-4900
- [email protected]
Ablauf
In 7 Schritten
Bei jedem Schritt steht, wer ihn erledigen muss. Daran scheitern diese Verfahren in der Praxis am häufigsten.
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Klären, ob Sie überhaupt tauschen müssen
Sie selbstEine funktionierende Heizung dürfen Sie weiter betreiben und reparieren lassen, egal wie alt sie ist. Das Betriebsverbot für Heizkessel nach 30 Jahren ist mit dem neuen Gesetz entfallen. Handeln müssen Sie erst, wenn die Anlage nicht mehr zu reparieren ist, und selbst dann schreibt Ihnen das Gesetz keine bestimmte Technik mehr vor.
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Im Stadtatlas nachsehen, was für Ihre Straße geplant ist
Sie selbstDie Karte zur Wärmeplanung zeigt, wo künftig Fernwärme möglich sein soll. Laut Wärmeplan wächst ihr Anteil am Darmstädter Wärmebedarf von rund 15 auf etwa 33 Prozent im Jahr 2045. Außerhalb dieser Gebiete bleibt die eigene Heizung die Lösung. In den bestehenden Fernwärme-Satzungsgebieten gilt dagegen schon heute eine Anschlusspflicht.
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Varianten mit Folgekosten vergleichen
FachbetriebLassen Sie sich mindestens eine erneuerbare und eine fossile Variante anbieten und vergleichen Sie über 20 Jahre, nicht nach dem Kaufpreis. Eine Wärmepumpe wird mit bis zu 70 Prozent gefördert, eine neue Gasheizung gar nicht, und für sie kommen ab 2028 der europäische CO₂-Preis und ab 2029 die Pflicht zum Biobrennstoff dazu. Bei einer Gasetagenheizung nennt die Stadt wohnungsweise Wärmepumpen als Möglichkeit.
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Förderung beantragen, bevor Sie unterschreiben
Sie selbstFür Wärmepumpe, Pelletheizung oder Fernwärmeanschluss gibt es den Zuschuss der KfW, Programm 458. Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt sein, und der Vertrag mit dem Fachbetrieb braucht eine Klausel, die ihn an die Förderzusage bindet. Die Einzelheiten stehen auf unserer Seite zur Wärmepumpen-Förderung in Darmstadt.
Frist vor Beginn der Arbeiten vor Ort
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Bezirksschornsteinfeger vorab einbinden
Sie selbstWer in Hessen eine Gas-, Öl- oder Pelletheizung neu einbaut, braucht vor dem Einbau eine Stellungnahme des zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers und vor der Inbetriebnahme dessen Bescheinigung der sicheren Benutzbarkeit. Verantwortlich dafür sind Sie als Bauherr, nicht der Heizungsbauer. Bei einer Wärmepumpe entfällt der Schritt, weil es keine Abgasanlage gibt.
Frist vor dem Einbau und vor der Inbetriebnahme
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Einbau und Anmeldung beim Netzbetreiber
FachbetriebGas- und Stromanschlüsse laufen in Darmstadt über die e-netz Südhessen AG. Eine neue Gastherme darf nur ein dort eingetragener Installateur anschließen, eine Wärmepumpe meldet Ihr Elektrobetrieb über das Installateurportal an. Für einen Fernwärmeanschluss ist ENTEGA zuständig, mit eigener Beratung, Angebot und Ausbauplanung.
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Bei neuer Gas- oder Ölheizung die Biotreppe erfüllen
Sie selbstAb 2029 müssen Sie nachweisen, dass ein wachsender Teil der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff stammt, meist über einen entsprechenden Tarif. Alternativ zählt eine Hybridheizung mit Wärmepumpe oder eine ausreichend große Solarthermieanlage, unter bestimmten Bedingungen zunächst bis 2035. Klären Sie das beim Einbau, nicht erst 2029.
Frist ab 1. Januar 2029 mindestens 10 Prozent
Zahlen und Fristen
Geprüft am
- Gebäudemodernisierungsgesetz in Kraft seit
- 29.07.2026
- 65-Prozent-Regel für neue Heizungen
- abgeschafft
- Betriebsverbot für Kessel nach 30 Jahren
- abgeschafft
- Biobrennstoff bei neuer Gas- oder Ölheizung ab 2029
- 10 %
- ab 2030
- 15 %
- ab 2035
- 30 %
- ab 2040
- 60 %
- Anteil des Vermieters bei neuer Gas- oder Ölheizung
- 50 %
- CO₂-Preis 2026
- 55–65 € je Tonne
- Fernwärmeanteil in Darmstadt heute
- rund 15 %
- KfW-Zuschuss für neue Gas- oder Ölheizung
- keiner
Im Bundesgesetzblatt verkündet am 28.07.2026, ersetzt das Gebäudeenergiegesetz.
Auch nach einem Hauskauf müssen Sie die Heizung nicht tauschen.
Gilt für Heizungen, die ab dem 29.07.2026 in bestehende Gebäude eingebaut werden.
Ab 2045 müssen die Inverkehrbringer von Gas, Öl und Flüssiggas ihre Brennstoffe vollständig auf klimaneutrale Brennstoffe umstellen.
Netzentgelte und CO₂-Kosten ab 2028, Mehrkosten für Biobrennstoff von 2029 bis Ende 2039 für höchstens 30 Prozent des Verbrauchs.
Ab 2028 löst der europäische Emissionshandel ETS 2 den nationalen Preis ab.
Ziel laut Wärmeplan etwa 33 Prozent im Jahr 2045.
Wärmepumpe und Fernwärmeanschluss bis 70 %, bei niedrigem Einkommen 80 %.
Worauf Sie achten sollten
Die häufigsten Fehler
- Dass die 65-Prozent-Regel gefallen ist, heißt nicht, dass eine neue Gasheizung ohne Folgekosten bleibt. Ab 2029 kaufen Sie einen steigenden Anteil Biomethan oder Bioöl ein, der in der Regel teurer ist als der fossile Brennstoff, und ab 2028 bildet sich der CO₂-Preis europäisch. Rechnen Sie Angebote deshalb über die Laufzeit, nicht nur über den Kaufpreis.
- Warten Sie nicht, bis die Heizung im Winter ausfällt. Dann wird meist eingebaut, was schnell lieferbar ist, und für den KfW-Zuschuss muss der Antrag vor Arbeitsbeginn stehen. Fällt sie doch aus, fördert die KfW bei einem Umstieg auf eine erneuerbare Heizung auch die Miete einer Übergangsheizung für bis zu ein Jahr.
- Eine eingezeichnete Fernwärmezone im Stadtatlas ist keine Zusage. Einen Anspruch auf Anschluss gibt es nicht, und ENTEGA plant den Ausbau in Stufen bis 2030 und bis 2045. Fragen Sie den Zeitpunkt für Ihre Adresse konkret an, bevor Sie auf Fernwärme warten oder eine teure Übergangslösung einbauen.
- Die Abstimmung mit dem Bezirksschornsteinfeger bei einer neuen Gas-, Öl- oder Pelletheizung ist Ihre Aufgabe als Bauherr. Verlassen Sie sich nicht auf die Zusage des Heizungsbauers, dass er das erledigt. Ohne Bescheinigung der sicheren Benutzbarkeit darf die Anlage nicht in Betrieb gehen.
- Wer ein Haus kauft oder erbt, muss die Heizung nicht mehr tauschen. Bestehen bleibt aber eine Nachrüstpflicht: Innerhalb von zwei Jahren nach dem Eigentumswechsel müssen eine ungedämmte oberste Geschossdecke und zugängliche, ungedämmte Heizungsrohre in unbeheizten Räumen gedämmt werden.
Häufige Fragen
Heizungstausch in Darmstadt
Ist das Heizungsgesetz gekippt?
In seiner bisherigen Form ja. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz. Es streicht die Pflicht, dass neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbarer Energie laufen müssen, die Beratungspflicht vor dem Einbau einer Gas- oder Ölheizung und das Betriebsverbot für alte Heizkessel. Neu hinzugekommen sind die Biotreppe für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen und eine Kostenteilung zwischen Vermietern und Mietern. Ganz ohne Regeln ist der Heizungstausch also nicht.
Darf ich 2026 in Darmstadt noch eine neue Gasheizung einbauen?
Ja. Das Gesetz lässt die Wahl der Heizung wieder offen. Ab 2029 müssen Sie dann aber mindestens 10 Prozent der Wärme aus Biomethan oder anderen klimafreundlichen Gasen beziehen, ab 2030 15 Prozent und später deutlich mehr. Eine Förderung gibt es dafür nicht. Eine Ausnahme sind die bestehenden Fernwärme-Satzungsgebiete in Darmstadt, in denen die Stadt den Anschluss an die Fernwärme vorschreibt. Prüfen Sie Ihre Adresse vorher im Stadtatlas.
Muss ich meine 30 Jahre alte Heizung austauschen?
Nein. Die frühere Regel, nach der Konstanttemperaturkessel nach 30 Jahren stillgelegt werden mussten, ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz entfallen. Sie dürfen eine funktionierende Heizung weiter betreiben und reparieren lassen, unabhängig vom Alter. Wirtschaftlich kann ein Tausch trotzdem sinnvoll sein: Wer eine funktionierende Öl- oder mindestens 20 Jahre alte Gasheizung gegen eine Wärmepumpe tauscht, bekommt bis Ende Januar 2027 noch 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus.
Was ist die Biotreppe, und gilt sie für meine bestehende Heizung?
Die Biotreppe schreibt vor, dass eine neue Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe nutzt: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Sie gilt für Heizungen, die ab dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden, nicht für Anlagen, die schon laufen. Erfüllen lässt sie sich über einen Biogas- oder Bioöltarif, eine Hybridheizung mit Wärmepumpe oder eine Solarthermieanlage.
Meine Gasheizung ist kaputt – was muss ich jetzt tun?
Rechtlich sind Sie frei in der Wahl der neuen Heizung, eine Frist oder Übergangslösung schreibt das Gesetz nicht mehr vor. Prüfen Sie zuerst, ob sich die alte Anlage reparieren lässt. Wenn nicht, holen Sie Angebote für mehrere Varianten ein. Soll es eine Wärmepumpe oder Fernwärme werden, können Sie eine mobile Heizung mieten und die Miete für bis zu ein Jahr mit dem KfW-Zuschuss fördern lassen. So müssen Sie nicht aus Zeitnot die nächstbeste Gastherme nehmen.
Kommt in Darmstadt Fernwärme zu mir, und was kostet der Anschluss?
Ob Ihr Quartier in einem geplanten Wärmenetzgebiet liegt, zeigt die Karte zur Wärmeplanung im Stadtatlas Darmstadt. Ob Ihre Adresse tatsächlich angeschlossen werden kann, prüft ENTEGA online über Postleitzahl, Straße und Hausnummer oder telefonisch. Die Kosten hängen laut Stadt stark von den Gegebenheiten vor Ort ab, einen Pauschalpreis gibt es nicht. Der Anschluss an ein Wärmenetz wird von der KfW gefördert, mit denselben Sätzen wie eine Wärmepumpe.
Was mache ich mit einer Gasetagenheizung?
Die Stadt Darmstadt nennt dafür in ihren Fragen zur Wärmeplanung mehrere Wege, darunter Wärmepumpen je Wohnung als Luft-Wasser- oder Split-Gerät. Das ist oft günstiger als eine zentrale Heizung für das ganze Haus. Wer eine funktionierende Gas-Etagenheizung ersetzt und selbst in der Wohnung lebt, bekommt den Klimageschwindigkeitsbonus unabhängig vom Alter der Therme. In einer Eigentümergemeinschaft sollten Sie den Weg früh mit der Verwaltung abstimmen.
Muss ich die Heizung tauschen, wenn ich ein Haus kaufe?
Nein, eine Austauschpflicht für die Heizung beim Eigentümerwechsel gibt es nicht mehr. Innerhalb von zwei Jahren nach dem Eigentumsübergang müssen Sie aber ungedämmte zugängliche Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen und eine ungedämmte oberste Geschossdecke dämmen. Das gilt beim Kauf ebenso wie beim Erben oder bei einer Schenkung. Planen Sie die Kosten beim Kaufpreis ein.
Was ändert das neue Gesetz für Mieter und Vermieter?
Baut ein Vermieter jetzt eine neue Gas- oder Ölheizung ein, trägt er ab 2028 die Hälfte der Netzentgelte und der CO₂-Kosten. Ab 2029 zahlt er zusätzlich die Hälfte der Mehrkosten für den vorgeschriebenen Biobrennstoff, bezogen auf höchstens 30 Prozent des Verbrauchs. Damit sollen Mieter vor hohen Nebenkosten einer unwirtschaftlichen Heizung geschützt werden. Für Vermieter wird die fossile Heizung dadurch spürbar teurer, als der Kaufpreis vermuten lässt.
Wird eine neue Gasheizung gefördert?
Nein. Der Zuschuss der KfW gilt für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien und für den Anschluss an ein Wärmenetz, also etwa Wärmepumpe, Pelletheizung, Solarthermie oder Fernwärme. Eine reine Gas- oder Ölheizung ist nicht förderfähig. Auch die Stadt Darmstadt zahlt für Heizungen keinen Zuschuss. Wer Förderung will, muss also auf eine erneuerbare Lösung umsteigen.
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