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Baustelle am Heizkraftwerk West in Frankfurt im Juni 2025: zwei große hellgraue Anlagenteile der neuen Gasturbinen, daneben ein Autokran und Stahlträger auf Schotter.

Aktualisiert 8 Minuten Lesezeit Redaktion: Viola Göttmann

Fernwärme in Frankfurt

Kann ich in Frankfurt Fernwärme bekommen, und was kostet sie?

Ob Ihr Haus angeschlossen werden kann, prüfen Sie im PLZ-Check von Mainova mit Postleitzahl, Straße und Hausnummer. Das Frankfurter Fernwärmenetz ist mehr als 310 Kilometer lang und deckt rund ein Viertel des Wärmebedarfs der Stadt; bis 2040 will Mainova es in drei Phasen ausbauen und auf über 40 Prozent kommen. Der kommunale Wärmeplan verpflichtet niemanden zum Anschluss und begründet auch keinen Anspruch darauf. Laut Preisblatt Wärme Classic, gültig seit dem 1. Januar 2026, kostet Fernwärme brutto 106,99 Euro je Kilowatt Anschlussleistung im Jahr, 7,39 Cent je Kilowattstunde Wärme und 1,39 Cent Emissionspreis. Ein Einfamilienhaus mit 12 Kilowatt und 15.000 Kilowattstunden kommt so auf rund 2.765 Euro im Jahr. Den Anschluss fördert die KfW mit denselben Sätzen wie eine Wärmepumpe.

Angaben ohne Gewähr

Zuständig

Wer ist Ihr Ansprechpartner?

Mainova AG – Fernwärme Frankfurt

Betreibt das Frankfurter Fernwärmenetz und ist zu 75 Prozent im Besitz der Stadt. Auf der Fernwärme-Seite von Mainova liegt der PLZ-Check, mit dem Sie die Verfügbarkeit an Ihrer Adresse prüfen und direkt eine Anfrage stellen. Liegt die Adresse außerhalb des geplanten Ausbaus, bietet Mainova eine Beratung zu anderen Lösungen an. Die Telefonnummer ist die allgemeine ServiceLine von Mainova.

Ablauf

In 7 Schritten

Bei jedem Schritt steht, wer ihn erledigen muss. Daran scheitern diese Verfahren in der Praxis am häufigsten.

  1. Adresse im PLZ-Check von Mainova prüfen

    Sie selbst

    Geben Sie Postleitzahl, Straße und Hausnummer auf der Fernwärme-Seite von Mainova ein. Das Ergebnis zeigt, ob Ihre Adresse bereits erschlossen ist oder in einer Ausbauphase liegt. Mainova plant den Ausbau in drei Abschnitten: 2025 bis 2028, 2029 bis 2032 und 2033 bis 2040.

  2. Wärmeplan der Stadt einordnen

    Behörde

    Die Karte zum kommunalen Wärmeplan zeigt, welche Versorgung in Ihrem Gebiet bis 2045 voraussichtlich sinnvoll ist. Der Magistrat hat den Plan im August 2026 beschlossen, die Stadtverordnetenversammlung soll am 1. Oktober 2026 entscheiden. Ob der Termin hält, ist offen: Ein Rechtsgutachten hält den Entwurf für rechtswidrig. Der Plan ist ein strategischer Rahmen: Aus der Einordnung folgt weder eine Pflicht zu einer bestimmten Heizung noch ein Anspruch auf Fernwärme.

  3. Anfrage stellen und Angebot prüfen

    Netzbetreiber

    Ist ein Anschluss vorgesehen, stellen Sie die Anfrage direkt aus dem PLZ-Check. Mainova prüft Ihren Bedarf und macht ein Angebot für Hausanschluss und Wärmelieferung. Nach eigener Aussage bietet Mainova Hausanschlüsse derzeit zu Vorzugspreisen an, nennt dafür aber keine Beträge. Lassen Sie sich die Anschlusskosten schriftlich aufschlüsseln.

  4. Anschlussleistung genau berechnen lassen

    Fachbetrieb

    Der Grundpreis richtet sich nach der vertraglich vorgehaltenen Wärmeleistung in Kilowatt, nicht nach dem Verbrauch. Lassen Sie die Heizlast des Hauses berechnen, statt die Leistung der alten Heizung zu übernehmen. Jedes Kilowatt zu viel kostet nach dem aktuellen Preisblatt 106,99 Euro im Jahr, auch wenn Sie es nie brauchen.

  5. Förderung beantragen, bevor Sie unterschreiben

    Sie selbst

    Der Anschluss an ein Wärmenetz wird über die KfW, Programm 458, gefördert. Den Antrag stellen Sie vor Beginn der Arbeiten, und der Vertrag braucht eine aufschiebende oder auflösende Bedingung, die ihn an die Förderzusage bindet. Die Bestätigung zum Antrag stellt ein Fachbetrieb oder eine Energieeffizienz-Expertin aus.

    Frist vor Vertragsabschluss und Beginn der Arbeiten

  6. Hausanschluss und Übergabestation

    Netzbetreiber

    Mainova verlegt die Leitung bis in Ihren Keller und setzt dort eine kompakte Fernwärme-Übergabestation. Sie ersetzt Kessel und Brenner, einen Schornstein brauchen Sie danach für die Heizung nicht mehr.

  7. Preisänderungen im Blick behalten

    Sie selbst

    Die Preise auf dieser Seite stammen aus dem Preisblatt, das seit dem 1. Januar 2026 gilt. Zum 1. Oktober 2026 steht die nächste reguläre Anpassung an: Rechnen Sie danach mit dem dann aktuellen Preisblatt, nicht mehr mit den Zahlen hier. Grund-, Arbeits-, Verrechnungs- und Emissionspreis ändert Mainova einmal im Jahr zum 1. Oktober, den Wärmeumlagenpreis zum 1. Januar, 1. Juli und 1. Oktober; die Anpassung zum 1. Oktober 2025 hatte Mainova ausgesetzt.

Zahlen und Fristen

Geprüft am

Grundpreis für die ersten 15 kW
106,99 € je kW im Jahr

Brutto. Von 15 bis 150 kW 130,23 Euro je kW.

Arbeitspreis bis 300.000 kWh
7,39 ct/kWh
Emissionspreis
1,39 ct/kWh
Verrechnungspreis Wärmezähler bis QN 1,5
163,72 € im Jahr
Wärmeumlagenpreis
0,00 ct/kWh

Stand 01.01.2026, wird bis zu dreimal im Jahr angepasst.

Beispiel Einfamilienhaus, 12 kW, 15.000 kWh
rund 2.765 € im Jahr

Im Schnitt 18,4 Cent je kWh, davon rund 1.448 Euro feste Kosten aus Grund- und Verrechnungspreis. Von uns aus dem Preisblatt gerechnet, keine Angabe von Mainova.

Länge des Netzes
mehr als 310 km
Anteil am Frankfurter Wärmebedarf
rund 25 %

Ziel von Mainova bis 2040 über 40 Prozent.

Klimaneutrale Fernwärme
bis 2040

Ziel von Mainova. Gesetzlich vorgeschrieben ist es für alle Wärmenetze bis Ende 2044.

Pflicht zum Anschluss durch den Wärmeplan
keine
Reguläre Preisanpassung
jährlich zum 1. Oktober
Höchstlaufzeit des Versorgungsvertrags
10 Jahre

Nach § 32 AVBFernwärmeV. Wird nicht 9 Monate vor Ablauf gekündigt, verlängert sich der Vertrag automatisch um jeweils weitere 5 Jahre. Mainova nennt für das Preissystem seit 01.07.2025 ebenfalls 9 Monate.

Kündigungsfrist
9 Monate vor Vertragsende

Mieterinnen und Mieter, die selbst Vertragspartner sind, können aus Anlass des Auszugs mit 2 Monaten Frist kündigen.

Quelle: Mainova, Preisblatt Wärme Classic (gültig ab 01.01.2026), Seiten Fernwärme Frankfurt und Fernwärme-Kosten; Stadt Frankfurt, Kommunale Wärmeplanung

Worauf Sie achten sollten

Die häufigsten Fehler

  • Legen Sie die Anschlussleistung nicht zu großzügig fest. Der Grundpreis hängt an den vertraglich vorgehaltenen Kilowatt: Im Rechenbeispiel kostet ein Haus mit 12 statt 10 Kilowatt rund 214 Euro mehr im Jahr, ohne dass es wärmer wird. Die Leistung des alten Gaskessels ist dafür keine gute Grundlage, er war fast immer überdimensioniert.
  • Die Karte zum Wärmeplan ist keine Zusage. Der Wärmeplan teilt das Stadtgebiet in Wärmenetzgebiete, Gebiete für die dezentrale Versorgung, ein Wasserstoffnetzgebiet und Prüfgebiete ein; ein Wärmenetz ist also längst nicht überall vorgesehen. Welche Stadtteile Mainova langfristig nicht anschließt, veröffentlicht das Unternehmen nicht als Liste. Verbindlich ist allein, was Mainova im PLZ-Check für Ihre Adresse bestätigt.
  • Rechnen Sie Fernwärme mit den Fixkosten. Im Beispiel fallen rund 1.448 Euro im Jahr an, bevor die erste Kilowattstunde geliefert ist. Bei einem gut gedämmten Haus mit wenig Verbrauch steigt dadurch der Preis je Kilowattstunde deutlich.
  • Den KfW-Zuschuss gibt es nur, wenn der Antrag vor Beginn der Arbeiten steht und der Vertrag mit Mainova eine Förderklausel enthält. Wer den Anschlussvertrag vorher bedingungslos unterschreibt, verliert die Förderung.
  • Achten Sie auf die Kündigungsfrist. Ein Fernwärmevertrag läuft bis zu zehn Jahre, und wenn Sie nicht neun Monate vor Ablauf kündigen, verlängert er sich automatisch um weitere fünf Jahre. Notieren Sie sich den Stichtag beim Vertragsabschluss; wer ihn verpasst, sitzt unter Umständen ein halbes Jahrzehnt länger im Vertrag, als er wollte.
  • Die Preise folgen einer Preisänderungsklausel mit Lohn-, Investitions-, Gas- und CO₂-Indizes. Laut Mainova fällt mit dem Kohleausstieg im Heizkraftwerk West ab Oktober 2026 der Kohlepreis aus der Formel. Wie sich das auswirkt, zeigt erst das nächste Preisblatt. Legen Sie Ihre Wirtschaftlichkeitsrechnung nicht auf eine einzelne Preisstufe fest.

Häufige Fragen

Fernwärme in Frankfurt

Wie prüfe ich, ob Fernwärme in meine Straße kommt?

Mit dem PLZ-Check auf der Fernwärme-Seite von Mainova. Sie geben Postleitzahl, Straße und Hausnummer ein und sehen, ob die Adresse schon erschlossen ist oder in einer der Ausbauphasen bis 2040 liegt. Ist ein Anschluss vorgesehen, stellen Sie die Anfrage direkt dort. Die Karte zum kommunalen Wärmeplan gibt zusätzlich eine Einordnung für ganze Gebiete, ist aber nicht verbindlich.

Was kostet Fernwärme in Frankfurt im Jahr?

Nach dem Preisblatt Mainova Wärme Classic, gültig seit dem 1. Januar 2026, setzt sich der Preis aus Grundpreis, Arbeitspreis, Verrechnungspreis, Emissionspreis und Wärmeumlage zusammen. Ein Einfamilienhaus mit 12 Kilowatt Anschlussleistung und 15.000 Kilowattstunden Verbrauch zahlt brutto rund 1.284 Euro Grundpreis, 1.109 Euro Arbeitspreis, 209 Euro Emissionspreis und 164 Euro Verrechnungspreis, zusammen rund 2.765 Euro. Das sind im Schnitt 18,4 Cent je Kilowattstunde. Gerechnet mit dem Preisblatt Wärme Classic, gültig ab 1. Januar 2026; zum 1. Oktober 2026 steht die nächste reguläre Anpassung an.

Was kostet der Anschluss an die Fernwärme?

Einen festen Preis veröffentlicht Mainova nicht. Die Kosten hängen von der Lage des Gebäudes, der Entfernung zur nächsten Leitung und den Gegebenheiten im Haus ab. Mainova wirbt derzeit mit Vorzugspreisen für Hausanschlüsse im Rahmen der Frankfurter Wärmewende. Lassen Sie sich ein schriftliches Angebot geben und rechnen Sie den KfW-Zuschuss dagegen, der auch die Anschlusskosten umfasst.

Muss ich mich an die Fernwärme anschließen?

Nein. Die Stadt stellt für ihren Wärmeplan ausdrücklich klar, dass aus der Einordnung eines Gebiets keine Pflicht zum Einbau einer bestimmten Heizungsart folgt und auch kein Anspruch auf eine bestimmte Versorgung entsteht. Auch im Fernwärmegebiet dürfen Sie eine Wärmepumpe oder eine andere Heizung einbauen. Umgekehrt kann Mainova einen Anschluss ablehnen, wenn er sich an Ihrer Adresse nicht rechnet.

Wird der Fernwärmeanschluss gefördert?

Ja, über die KfW, Programm 458. Es gelten dieselben Sätze wie bei der Wärmepumpe: 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus, wenn Sie selbst im Haus wohnen und eine alte Öl-, Gas-Etagen- oder mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzen, und bis zu 40 Prozent Einkommensbonus. Zusammen sind höchstens 70 Prozent möglich, bei niedrigem Einkommen 80 Prozent, bezogen auf höchstens 28.000 Euro Kosten für die erste Wohneinheit.

Wie klimafreundlich ist die Frankfurter Fernwärme?

Heute stammt sie vor allem aus dem Heizkraftwerk West und dem Müllheizkraftwerk. Das Heizkraftwerk West soll bis Oktober 2026 von Steinkohle auf wasserstofffähige Gasturbinen umgestellt sein, was laut Mainova jährlich rund 400.000 Tonnen CO₂ spart. Bis 2040 will Mainova die Fernwärme klimaneutral machen, unter anderem mit Großwärmepumpen, Abwärme, Geothermie und Biomasse. Gesetzlich müssen alle Wärmenetze bis Ende 2044 vollständig erneuerbar oder mit unvermeidbarer Abwärme versorgt werden.

In welchen Stadtteilen kommt keine Fernwärme?

Verbindlich beantwortet das nur der PLZ-Check von Mainova für Ihre Adresse. Der kommunale Wärmeplan ordnet jedes Quartier einer von vier Kategorien zu: Wärmenetzgebiet, Gebiet für die dezentrale Versorgung, Wasserstoffnetzgebiet oder Prüfgebiet. Wo die dezentrale Versorgung ausgewiesen ist, bleibt eine eigene Heizung wie die Wärmepumpe die naheliegende Lösung. Eine Liste der Stadtteile, die langfristig kein Netz bekommen, veröffentlicht Mainova nicht; fragen Sie deshalb für Ihre Adresse konkret nach.

Wann ändern sich die Fernwärmepreise?

Grund-, Arbeits-, Verrechnungs- und Emissionspreis passt Mainova regulär jedes Jahr zum 1. Oktober an, den Wärmeumlagenpreis zum 1. Januar, 1. Juli und 1. Oktober. Die Anpassung zum 1. Oktober 2025 wurde ausgesetzt. Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus dem Preisblatt, das seit dem 1. Januar 2026 gilt. Prüfen Sie vor einer Entscheidung, ob ein neueres Preisblatt veröffentlicht ist.